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Kanadische Ölsände in Reserven aufgenommen.
Die Weltölreserven sind im Jahr 2002 so stark gestiegen wie noch nie zuvor.
Sie wuchsen um 25 Milliarden Tonnen auf 165 Milliarden Tonnen. Der Grund hierfür liegt fast
ausschliesslich in Kanada. Die dort jahrelang wirtschaftlich erfolgreiche Ölgewinnung aus
Ölsänden führte zu einer Aufnahme dieser Bestände in die sicher
bestätigten Ölreserven. Dies geht aus der am 17. Juni 2003 in Zürich vorgestellten
Studie «Oeldorado 2003» der ExxonMobil hervor.
Die Ölförderung sank dagegen um gut 30 Millionen Tonnen auf 3,6
Milliarden Tonnen. Das lag an der schwachen Konjunktur in einigen Weltregionen sowie der
anhaltenden Förderdisziplin der OPEC.
Weltweit stieg die Raffineriekapazität um rund 35 Millionen Tonnen, mit
Schwerpunkten im Nahen Osten und Mittelamerika.
Es wurden weltweit rund 15 Millionen Tonnen Öl mehr verbraucht als im
Vorjahr, was in Verbindung mit dem Sinken der Förderung zu einem Abbau der weltweiten
Lagervorräte beitrug.
Auch die Welterdgasreserven erreichten mit 155.673 Milliarden m³ einen
neuen Höhepunkt, wobei Russland mit 47.544 Milliarden m³ unangefochten das gasreichste
Land der Erde bleibt.
Die Gasförderung stieg um 16 Milliarden m³ auf 2.534 Milliarden
m³. Hierbei war der grösste Zuwachs in Europa zu verzeichnen.
Kanadische Ölreserven
Der Anstieg der kanadischen Ölreserven um knapp 24 Milliarden Tonnen in
einem Jahr stellt einen bislang einzigartigen Zuwachs in der Geschichte der Ölreserven dar.
Für Fachleute kam er allerdings nicht überraschend. Es handelt sich hierbei nicht um neue
Ölfunde, sondern diese Ölsandvorkommen wurden nunmehr in die "sicher bestätigten
Reserven" aufgenommen. Hierzu zählen nur diejenigen Ölvorkommen, die durch Bohrungen
bestätigt und mit heutiger Technik wirtschaftlich förderbar sind. Unter diesen engen
Voraussetzungen wird nur ein kleiner Teil der tatsächlich vorhandenen Ölvorräte in
der Welt erfasst.
Ölsände sind seit vielen Jahrzehnten bekannt, sie werden auch seit
einigen Jahrzehnten abgebaut. Bei Kosten zwischen 30-40 USD pro Barrel war dies lange Zeit nicht
wirtschaftlich. Seit einigen Jahren ist es nun gelungen, die Förderkosten auf etwa 10 USD pro
Barrel und darunter zu senken. Verbesserte Förder- und Gewinnungsmethoden haben hierzu
erheblich beigetragen. Nachdem über mehrere Jahre hinweg nachgewiesen wurde, dass die
Produktion technisch stabil und wirtschaftlich tragfähig ist, stand einer Aufnahme in die
sicher bestätigten Reserven nichts mehr im Wege.
Kanada hat sich mit nunmehr 24,2 Milliarden Tonnen an Ölvorräten fast
an die Spitze der ölreichsten Länder katapultiert. Nur Saudi Arabien mit 35,4 Milliarden
Tonnen liegt noch davor. Der Irak, der lange Zeit die zweite Position innehatte, ist mit 15,1
Milliarden Tonnen mit deutlichem Abstand auf Platz 3 verwiesen worden.
Erdölförderung
In Asien und den GUS-Staaten stieg die Förderung an, in allen anderen
Förderregionen sank sie. Am stärksten war dieser Rückgang im Nahen Osten, wo sie um
6 % fiel. Hierin zeigte sich die Förderdisziplin der OPEC-Länder, die den
Kürzungsbeschlüssen der OPEC folgten. Im Gegensatz dazu erhöhten die Länder der
GUS ihre Förderung um 36 Millionen Tonnen auf 460 Millionen Tonnen. Damit hat diese
Staatengruppe nachhaltig die Phase der zurückgehenden Förderung verlassen. Allein
Russland hat seine Produktion um 30 Millionen Tonnen auf 378,2 Millionen Tonnen gesteigert.
Raffineriekapazität
Weltweit wuchs die Raffineriekapazität, sie liegt jetzt bei 4.096 Millionen
Tonnen. Der Zuwachs von 36 Millionen Tonnen entspricht etwa dem Fünffachen der Schweizer
Raffineriekapazität.
Ölverbrauch
Der Ölverbrauch wuchs nur leicht um 0,5 % auf 3.543 Millionen Tonnen.
Dahinter stehen unterschiedliche Entwicklungen. In Europa und Südamerika ging konjunktur- und
witterungsbedingt sowie als Folge von Einsparungen der Verbrauch zurück, während er in
den übrigen Regionen der Welt anstieg. Am kräftigsten war dies in den Wachstumsregionen
des Fernen Ostens mit 14 Millionen Tonnen der Fall. Allein China mit Hongkong legte um über 11
Millionen Tonnen zu.
Erdgas
Auch die weltweiten Erdgasreserven erhöhten sich um 1.425 Milliarden
m³ und damit um fast 1 % auf 155.673 Milliarden m³. Der grösste Teil der Steigerung
entfiel mit fast 900 Milliarden m³ auf Europa, wo erhebliche Zuwächse in Norwegen erzielt
wurden. Die Förderung erhöhte sich nur um 0,6 %. |